ist das indische Wort für den Phallus, die Yoni ist die reizvolle Grotte, die feuchte Höhle, das lustvolle Verlies, das irdische und göttliche Paradies, das den Lingam lockt, neckt, umschließt und genießt. Die Erotik unserer Zeit ist bestimmt durch die christliche Lustfeindlichkeit der Vergangenheit und durch die egozentrische lustmaximierende Konsumethik der Gegenwart. Kein Wunder, denn die Tabuisierung fördert den Kommerz. Eine Gesellschaft die keine erotische Kultur hat, verroht zusehends in ihrer Sexualität.
unsere Informationen über Tantra und Taoismus aus dem indischen und chinesischen Kulturbereich und vergessen, dass sakrale Erotik einstmals in allen Weltgegenden, auch in Europa, existierte. So gab es bis zum 3 Jhd. im Mittelmeerraum Erostempel, in denen Priesterinnen Männern den Segen der Göttin spendeten, indem sie sich zeremoniell mit ihnen vereinigten. Im griechischen Altertum gab es ein Lehrbuch der Liebe, das mit dem Kamasutra vergleichbar war, geschrieben von einer Hetäre namens Elephantis.
von Jerusalem wurde lange Jahre nicht nur der Gewittergott Jahwe angebetet, sondern auch die erotisch-liebreizende Himmelsgöttin Ischtar. Ischtarhymnen sind sogar in Marienlieder umgedichtet worden. Es ist höchste Zeit, diese alten Kulturen wieder aufleben zu lassen, um der Liebe und Sexualität einen natürlichen Zugang zu gewähren.